Nehmen wir ein Auto. Vollgestopft mit Elektronik - von den Fensterhebern über die Lenkhilfe bis zum Abstandswarner, vom Navigationssystem bis zum Regensensor. Nichts muss man mehr selber machen - ok, man muss sich noch entscheiden, Auto zu fahren, aber ansonsten. Auf Knopfdruck wird der Sitz auf die persönliche Sitzstellung eingestellt, das Auto auf Wohlfühltemperatur vorgewärmt oder abgekühlt, das Licht im Innenraum leicht gedimmt falls man mal in der Morgendämmerung einsteigt. So fühlt man sich gleich heimisch, fehlt nur noch der frische Kaffee, aus der Pad-Maschine, die auch der liebe Gott so gerne hat. Was aber ist, wenn ein Kabel mal locker, ein Druckschlauch porös, die Elektronik in Teilen oder ganz versagt? Dann stehen wir machtlos da, schauen in den Motor und freuen uns, dass es so kompakt und aufgeräumt aussieht.
Spricht man mit der älteren Generation gleich aus welcher Branche, kommt immer wieder die Sprache darauf, dass man früher noch etwas reparieren konnte, wusste, was man tun musste, wenn etwa bei einer logistischen Anlage eine Weiche nicht so funktionierte. Man justierte eine Schraube, zog etwas an, tauschte notfalls ein Detail aus. Man konnte den Fehler sichtbar lokalisieren. Und heute: da wird der Fehler aus dem Speicher des Fahrzeugs oder der Anlage bequem ausgelesen. Danach folgt das Match und Meet-Prinzip - man probiert einfach mal alle vorgeschlagenen Lösungen durch. Hat der Verbraucher Glück, ist gleich beim ersten Versuch alles behoben, hat er Pech dauert es etwas länger. Zum Glück - denn das sichert Arbeitsplätze und ist Garant für die Binnenkonjunktur. Wer also glaubt, Technik sei nicht unser Freund (weil sie uns entmündigt und abhängig macht) irrt. Wir brauchen sie, damit unser Wirtschaft wächst - im Gegensatz zu den Menschen. Diese verlieren sich in lauter Technik. Na dann - bis zum nächste Post oder Podcast.
Hören & Zuhören
Der Blog von zuhoeren dreht sich um alles, was mit Hören zu tun hat. Musik, Geräusche, Meinungen, Töne, Positionen ... Nur selten um Werbung und Marketing. Die andere Seite von zuhoeren und ganz im Sinne von Immanuel Kant:
„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen,
Nichthören trennt den Menschen vom Menschen.“
„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen,
Nichthören trennt den Menschen vom Menschen.“
Montag, 7. Mai 2012
Ist Technik unser Freund?
Sonntag, 22. April 2012
Ostern ist vorbei - warum aber verteilt der Osterhase Eier?
Das war die Frage unseres kleinen Osterrätsels für unsere Kunden. Mitgemacht haben einige - mit der Aussicht einen Kasten Osterfestbier von Hasenbräu zu gewinnen. Inzwischen ist die Gewinnerin gezogen (wir gratulieren und wünschen viel Spaß mit dem süffigen Gold).
Nachfolgend ein paar Antworten, die wir überraschend, interessant oder einfach nur witzig fanden. Vielen Dank allen, die mitgemacht haben.
"Weil er in seiner Evolutionsgeschichte mal versehentlich zwei Monate in einer Eierlegebatterie in Oldenburg eingesperrt war. Dort wurde er in der Hackordnung ganz unten eingruppiert und gezwungen, dioxinfreie Eier zu Ostern zu legen. Diese Schock hat er bis heute nicht überwunden und legt angstgetrieben munter weiter Ostereier."
"Deine Feier geht mir auf die ... , aber der Kasten Bier gehört mir"
"Warum bringt der Osterhase an Ostern Eier? Ganz einfach: Da man einen Hasen noch nie in den Bäumen gesehen hat, liegt die Vermutung nahe, dass dieser vornehmlich am Boden brütet (Ausnahme bildet natürlich der senegalesische Baumhase, aber deswegen werden im Senegal auch keine Ostereier gesammelt). Da jetzt aber die Hasenpopulation im Frühling und über Ostern rapide ansteigt, wurde es Brauch in dieser Zeit nach den Hasennestern zu suchen (die aber nie gefunden wurden). Um die jährliche Haseneierjagd spannender zu gestalten, wurde neben dem gemeinen Hasen der weltbekannte Osterhase eingeführt (der seinem langohrigen Vetter gleich am Boden brütet). Der Osterhase hat gegenüber den anderen Hasen zwei Vorteile: die Eier sind aus Schokolade UND man findet sie! Und meistens findet ma sie um Ostern herum, da auch der Osterhase im Frühling Eier legt, um sich zu vermehren."
"Ohne Eier keine Feier!"
"In grauer Vorzeit waren Haseneier eine Delikatesse. Insbesondere zur Osterzeit, so ein alter Irrglaube, sollten die Eier die Potenz des Mannes fördern und die Schönheit der Frauen steigern. Kein Wunder also, dass Haseneier von den unterschiedlichsten Interessensgruppen frisch aus den Nestern geklaut wurden. Es wurde ein gesellschaftliches Ereignis. Kinder, Greise und Singles, Familien, Ehepaare und Touristen kamen zur Osterzeit zusammen und begaben sich gemeinsam auf die Suche. Neben diesen Amateuren gab es aber auch professionelle Sammler, die die Eier horteten und meistbietend verkauften. Diese "Professionellen" waren übrigens auch die ersten, die die Eier anmalten - frische Eier waren sonnengelb, etwas ältere dunkelgrün. Langsam erkannten besorgte Bürger, dass Produktion und Bedarf von den Hasen nicht mehr gedeckt werden kann. So versuchte man mit Petitionen für Obergrenzen, sogenannte Haseneier-Sammelquoten, durchzusetzen. Das scheiterte aber an der Lobbyarbeit der professionellen Sammler. Nichts und niemand konnte sie aufhalten - bis die Hasen fast komplett ausgerottet waren.
Das rief nun endlich nicht nur besorgte Bürger, meist Tierschützer, auf den Plan (mit ihren bunten und fantasievollen Protesten auf Feldern, Wiesen und in den Wäldern waren sie eher ein Unterhaltungsprogramm für die Sammler), es wurden ein "Pro Hase e.V." und eine Partei "Die Hasen" gegründet. Mit einer Medienkampagne wies man auf die Bedeutung von Hasen für die Entwicklung der Menschheit, und zeigte, wie sich die Sammler am Klauen der Eier ergötzten, wilde Tänze feierten und manchmal regelrecht über die Stränge schlugen (über YouTube, Twitter, Google+ und Facebook fanden die Bilder und Filme rasend schnell Verbreitung). Das Entscheidende aber war, dass das Stefan Herd-Institut endlich bewies, dass das Verspeisen von Haseneiern keine Wirkung auf die Potenz oder Schönheit hatte. Das war das Aus der vielen Sammelaktion zur Osterzeit und des professionellen Sammelgewerbes (für diese wurde eine Auffanggesellschaft gegründet). Allerdings merkten die Menschen schnell, dass es sehr schön war, zu Ostern zusammen zu kommen und gemeinsam etwas zu unternehmen. So kamen findige Geschäftsleute auf die Idee, Haseneier durch Schokoladeneier zu ersetzen und den Brauch damit fortleben zu lassen."
"Weil es noch keinen App zum downloaden von Ostereiern gibt!"
Welche Antwort gewonnen hat, verraten wir nicht - die Wahl fiel schwer, die Gewinnerin wurde inzwischen benachrichtigt und der Kasten Osterfestbier wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Kürze übergeben.
P.S. Kennen Sie schon die Initiative für warme Eier unseres Kunden bbkPersonal. Hier erfahren Sie mehr.
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Montag, 9. April 2012
Beschwingt, unterhaltend, belanglos? Das "Lamm" im Wolfspelz
Ein typischer Woody Allen-Film: Ich sehe den Mann deiner Träume. Der Zuschauer wird in einem Krisenmoment in die Geschichte hineingezogen, verfolgt die unterschiedlichsten Menschen auf ihren Wegen durch das Leben, begleitet die Irrungen und Wirrungen. Alles leicht, locker, beschwingt, untermalt von jazzigen Tönen, Bilder, wie zufällig hingeworfen, wunderbar inszeniert in London.
Alfie, gespielt von Anthony Hopkins, versucht noch einmal jung zu sein, kämpft mit Ausdauer- und Muskelaufbautraining gegen sein Alter, verlässt seine gleichalte Frau, zieht in eine schicke Junggesellenwohnung, kauft sich ein Cabrio und versucht sich als Hengst mit Hilfe von Viagra. Seine Frau, Helena, zugegeben nervig und leicht verschroben, gibt sich dem Esoterischen hin und geht einer Wahrsagerin auf den Leim, um schließlich einen neuen Partner zu finden, der seine verstorbene Frau im Jenseits sucht. Die Tochter von Alfie und Helena, Sally, lebt mit Roy, einem Mediziner, der allerdings lieber erfolgloser Schriftsteller ist, in einer etwas angespannten Ehe - sie hat ganz andere Träume als er (Familie, Glück und Einkommen), er ist auf der Suche nach seinem zweiten Erfolgsroman. Und dann ist da noch ein Galerist (Antonio Banderas) in unglücklicher Ehe, eine exotisch-erotische Nachbarin (Dia), die bald heiraten soll, eine Pokerrunde (die Freunde von Roy), und natürlich die charmant-clevere Charmaine, die Alfie um den Finger wickelt mit ihren üppig-prallen Reizen und ihm schließlich ein Kind, vielleicht den ersehnten Sohn, möglicherweise von ihm, schenkt.
Von Anfang an ist klar - das kann nur böse enden. Interessant bei alledem: Helena, Sally, Roy und schließlich auch Charmaine hängen alle am Tropf vom Alfie, der sich - wie sollte es anders sein - nicht nur in seine eigenen Truggebilde verstrickt, sondern sich auch mehr und mehr verschuldet. Nach Eheauflösungen, falschen Erwartungen und Neuverbindungen bzw. -anfängen ist eines klar: geändert hat sich nichts, alle sind sich treu geblieben. Das ist erschreckend, denn der Aufwand der Trennungen war hoch, die Hoffnungen groß (ewige Jugend, spirituelles Glück, befriedigende Unabhängigkeit, beruflicher Erfolg, ewige Liebe). Und Roy, Dia verführerisch und egoistisch aus einem Eheversprechen gelockt, spielt ein ganz perfides Spiel - er leiht sich den Erfolg von einem Freund und Schriftstellerkollegen, den er für tot hält, der aber nach einem schweren Unfall "nur" im Koma liegt. Wenn er aufwacht, ist sein Bestseller Makulatur, denn Roy hat das Manuskript von ihm geklaut und veröffentlicht - hier endet die Geschichte und der Zuschauer bleibt zurück, auf seinem Sofa, mitten im Leben. Nichts ist gelöst, alles ist offen. Das hat eine gewisse Brutalität, denn die Geschichten laufen weiter, im Kopf - und da beginnen ja nach André Heller erst die wahren Abenteuer. "Und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo." Auf alle Fälle nicht im Jenseits - auch das macht Woody Allen klar.
Alfie, gespielt von Anthony Hopkins, versucht noch einmal jung zu sein, kämpft mit Ausdauer- und Muskelaufbautraining gegen sein Alter, verlässt seine gleichalte Frau, zieht in eine schicke Junggesellenwohnung, kauft sich ein Cabrio und versucht sich als Hengst mit Hilfe von Viagra. Seine Frau, Helena, zugegeben nervig und leicht verschroben, gibt sich dem Esoterischen hin und geht einer Wahrsagerin auf den Leim, um schließlich einen neuen Partner zu finden, der seine verstorbene Frau im Jenseits sucht. Die Tochter von Alfie und Helena, Sally, lebt mit Roy, einem Mediziner, der allerdings lieber erfolgloser Schriftsteller ist, in einer etwas angespannten Ehe - sie hat ganz andere Träume als er (Familie, Glück und Einkommen), er ist auf der Suche nach seinem zweiten Erfolgsroman. Und dann ist da noch ein Galerist (Antonio Banderas) in unglücklicher Ehe, eine exotisch-erotische Nachbarin (Dia), die bald heiraten soll, eine Pokerrunde (die Freunde von Roy), und natürlich die charmant-clevere Charmaine, die Alfie um den Finger wickelt mit ihren üppig-prallen Reizen und ihm schließlich ein Kind, vielleicht den ersehnten Sohn, möglicherweise von ihm, schenkt.
Von Anfang an ist klar - das kann nur böse enden. Interessant bei alledem: Helena, Sally, Roy und schließlich auch Charmaine hängen alle am Tropf vom Alfie, der sich - wie sollte es anders sein - nicht nur in seine eigenen Truggebilde verstrickt, sondern sich auch mehr und mehr verschuldet. Nach Eheauflösungen, falschen Erwartungen und Neuverbindungen bzw. -anfängen ist eines klar: geändert hat sich nichts, alle sind sich treu geblieben. Das ist erschreckend, denn der Aufwand der Trennungen war hoch, die Hoffnungen groß (ewige Jugend, spirituelles Glück, befriedigende Unabhängigkeit, beruflicher Erfolg, ewige Liebe). Und Roy, Dia verführerisch und egoistisch aus einem Eheversprechen gelockt, spielt ein ganz perfides Spiel - er leiht sich den Erfolg von einem Freund und Schriftstellerkollegen, den er für tot hält, der aber nach einem schweren Unfall "nur" im Koma liegt. Wenn er aufwacht, ist sein Bestseller Makulatur, denn Roy hat das Manuskript von ihm geklaut und veröffentlicht - hier endet die Geschichte und der Zuschauer bleibt zurück, auf seinem Sofa, mitten im Leben. Nichts ist gelöst, alles ist offen. Das hat eine gewisse Brutalität, denn die Geschichten laufen weiter, im Kopf - und da beginnen ja nach André Heller erst die wahren Abenteuer. "Und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo." Auf alle Fälle nicht im Jenseits - auch das macht Woody Allen klar.
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Sonntag, 26. Februar 2012
Lesen, Hören, Zuhören
Wann wird das Buch Geschichte sein, wann die CD ein Museumsstück? Wann werden wir nur noch ein Gerät haben für alles? Gut, wir haben es schon, zumindest ansatzweise: iPad & Freunde. Dazu gehören auch die eBook-Reader. Zugegeben, alles platzsparend - Billy hat ausgedient. In einer vierköpfigen Familie benötigt man allerdings vier Geräte, denn der eine will lieber Comics lesen, der andere ein Fachbuch studieren, der Vater vielleicht einen Urlaub planen und in Katalogen stöbern und die Mutter vielleicht im neuen ZEIT-Magazin blättern.
Nehmen wir als Beispiel die "neue" CD von Willie Wright "Teling the Truth". Hier hat ein kleines Label eine Rarität wieder aufgelegt. Sorgsam verpackt in einem kleine Schuber findet sich die CD in einem extra Cover, eine 7" Platte in einer - wie sagte damals der Verkäufer im Montanus, als es diese Kette noch gab - Unterhose, einen kleinen Nachdruck einer Preisliste der Variety Sound Corporation und Informationen zu Willie Wright. Seine Soul-/Folkscheibe wurde in Manhatten, im Wurlitzer Building, aufgenommen. Dort befand sich im 8. Stock, Raum 551, eines der günstigsten Studios der Stadt. Und hier wurden 1000 Scheiben von Telling the Truth für 2.700 $ produziert - und gerieten in Vergessenheit. Zum Glück gibt es Numero:
Ganz anders in der Musik, aber auch mit einem Cover, welches einen in gewisser Weise gefangen nimmt: Liz Green - O, Devotion. Ganz ruhig, ganz eigen kommt die Folksängerin daher. Mit Hingabe (was der Titel ja schon andeutet) geht sie ihre Songs an - leicht jazzig, mit dezenten Bläsersätzen und archaischen Geschichten.
Ein Abenteuer des Hörens ist auch Laura Gibson mit "La Grande", ein ruhiges Juwel. Für viele Medien die "CD der Woche".

Und nach so viel "Frauenpower" etwas männlich-erdiges: Otis Taylor´s Contraband, Trance-Blues mit viel Dynamik, ein ganz frischer Tipp von Bongartz. Inakustik schreibt:
Und auch die Schultaschen könnten in Zukunft viel kleiner sein, Kinder ohne Rückenschmerzen in die Schule gehen. Denn wenn alle Schulbücher auf Reader gespeichert sind, man dort gleichzeitig, lesen, schreiben und notieren könnte, wären Schulbücher, Blöcke, Schulhefte, Stifte ... Geschichte. Was wären das für Auswirkungen, allein für Umwelt und Industrie. Die Kinder unserer Kinder würden mit dem Begriff Papier haptisch nichts mehr verbinden, Tinte wäre ein Eintrag in Wikipedia, mehr nicht. Und bunt bemalte Schlampermäppchen hätten ihren Platz im Museum Industriekultur.
Nun denn, bis dahin ist noch etwas Zeit und wir können CDs noch anfassen, die Covers betrachten, die Booklets rausnehmen und lesen, uns hineinfallen lassen in die Gedanken der Musiker, Designer und Produzenten. Gleiches gilt auch für Bücher. Was steckt alles in Ihnen? Es sind ja oft kleine Kunstwerke - vom Umschlag über die Typographie bis hin zu den einzelnen Seitengestaltungen. Gemeinsam mit dem Inhalt macht das die Qualität von "Werken" aus. Und beim TabletPC? Nun, das wird sich zeigen, auch hier wird es Entwicklungen geben, die das Lesen, Hören und Betrachten als "Gesamtkunstwerk" betrachten und die Sinne auf allen Ebenen anzusprechen versuchen.
Nehmen wir als Beispiel die "neue" CD von Willie Wright "Teling the Truth". Hier hat ein kleines Label eine Rarität wieder aufgelegt. Sorgsam verpackt in einem kleine Schuber findet sich die CD in einem extra Cover, eine 7" Platte in einer - wie sagte damals der Verkäufer im Montanus, als es diese Kette noch gab - Unterhose, einen kleinen Nachdruck einer Preisliste der Variety Sound Corporation und Informationen zu Willie Wright. Seine Soul-/Folkscheibe wurde in Manhatten, im Wurlitzer Building, aufgenommen. Dort befand sich im 8. Stock, Raum 551, eines der günstigsten Studios der Stadt. Und hier wurden 1000 Scheiben von Telling the Truth für 2.700 $ produziert - und gerieten in Vergessenheit. Zum Glück gibt es Numero:Founded in 2003 as an archival record label by Tom Lunt, Rob Sevier, and Ken Shipley, Numero has evolved into a multi-format media company, devoted to dragging brilliant recordings, films, and photography out of unwarranted obscurity.We’re on a dirty, labor-intensive mission... and it’s urgent as all hell. Time kills off precious bits of passed-over sound, story, and ephemera every day, just as fast as we can haul this sprawling archive of under-heard recordings - along with the musicians, writers, and entrepreneurs who created them - out of exile.
Ganz anders in der Musik, aber auch mit einem Cover, welches einen in gewisser Weise gefangen nimmt: Liz Green - O, Devotion. Ganz ruhig, ganz eigen kommt die Folksängerin daher. Mit Hingabe (was der Titel ja schon andeutet) geht sie ihre Songs an - leicht jazzig, mit dezenten Bläsersätzen und archaischen Geschichten.
Ein Abenteuer des Hörens ist auch Laura Gibson mit "La Grande", ein ruhiges Juwel. Für viele Medien die "CD der Woche".
Das verwundert etwas, da die Musik nicht 100% eingängig ist, sondern manchmal eher sperrig - wenn auch, wie Bongartz sagt - griffiger als die wunderbaren Vorgänger.

Die dritte "Frauenstimme" in der heutigen Runde ist "First Aid Kit". Die beiden Schwestern Klara und Johanna Söderberg aus Stockholm haben mit "The Lion´s Roar" eine spannende CD aufgelegt. Wie schreibt der Bayerische Rundfunk:
Zwei junge Schwestern aus Stockholm wagen sich in unserem Album der Woche an Americana und Country ran – und überzeugen auf ganzer Strecke. First Aid Kit bezaubern auf "The Lion’s Roar" mit ihrer Traurigkeit. Nur merkt man dies gar nicht – auch so kann Harmonie(-Gesang) aussehen.
Und nach so viel "Frauenpower" etwas männlich-erdiges: Otis Taylor´s Contraband, Trance-Blues mit viel Dynamik, ein ganz frischer Tipp von Bongartz. Inakustik schreibt:Und der zornige Mann aus Chicago versetzt mit seinen Songs dem Blues neue Vitaminstöße. Der Sänger, Gitarrist, Mundharmonika und Mandoline spielende Komponist nennt viele Dinge beim Namen, beschreibt soziale Abgründe, füllt seine Texte mit brisanten, spannenden Inhalten. Und er wird mit jeder neuen Produktion ehrlicher, zwingender, noch überzeugender. Otis Taylor ist ein musikalischer Alchemist und wahrer Innovator. Er ist ein Meister, der seinen ureigenen Trance Blues-Stil durch Verschmelzung eindringlicher Gitarre und Banjo, Arbeit, synkopierten Rhythmen und einer Kombination aus ruppigen Gesang geschaffen hat. Otis veröffentlicht mit Contraband sein bisher kommerziellsten Trance Blues Album. Das Thema ist vertrautes Terrain: Liebe, soziale Ungerechtigkeiten, persönlichen Dämonen und Krieg.Und die Bücher? Eine Landkarte der Zeit, Eine kurze Geschichte vom Glück, Der Weg des Kampfkünstlers ... die gibt es das nächste Mal, versprochen.
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Mittwoch, 22. Februar 2012
Back it up
Der Song von Caro Emerald ist immer noch hörenswert - wie die ganze CD "Deleted Scenes from the Cutting Room Floor".
Wer in den Song "back it up" mal reinhören und dazu noch ein überaus sehenswertes Musikvideo anschauen möchte, kann das hier genießen.
Die Niederländerin Caro Emerald hat eine warme Stimme und vereint Jazz und Latin-Sound mit heißen Beats. Einfach schön und ein wunderbarer Vorgeschmack auf Frühling und Sommer. Mehr über Sie auf Ihrer Homepage.
Sonntag, 5. Februar 2012
Kommt ACTA, geht die Freiheit
Der Schutz der Urheber ist sicher ein wichtiges Anliegen - aber mit ACTA - Anti Counterfeiting Trade Agreement - wird "das Kind mit dem Bad ausgeschüttet" (zum Glück ist die Quelle nicht gesichert und der Urheber unbekannt). Einen guten Ein- und Überblick liefert Wikipedia.
Langsam wird klar, was ACTA wirklich sein kann oder wohin dieses Abkommen führen könnte. Aufklärung liefert STOPP ACTA. Hier ist auch der sehens- und hörenswerte Blogbeitrag zum Thema ACTA hinterlegt (etwas nach unten scrollen).
Zum Glück hat jetzt die polnische Bevölkerung gegen die Einführung von ACTA schnell und massiv reagiert und protestiert - so laut, dass die polnische Regierung die Ratifizierung aussetzt. Jetzt sollen die Nutzer gehört werden. Unglaublich, wie lange ACTA im Geheimen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde.
Hier ein längeres Zitat aus dem Blog von Bruno Kramm:
Also: Gegen ACTA sein heißt die Freiheit verteidigen. Mit einer E-Petition geht der erste Schritt ganz einfach.
Der gesamte ACTA Text wurde bisher nur in Auszügen und nach Protest der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Genauso heimlich versucht das ACTA Gremium das Abkommen schnell durch alle Instanzen der EU zu pauken, bevor der Protest auf die Straße geht.
ACTA verschärft den Schutz geistiger Güter radikal und meint damit Patente auf Technologie und Leben, Ideen, Trademarks, Urheberrechte von Filmen, Texte und Musik.
ACTA macht TRIPS mit neuen Kontroll-, Zensur- und Durchsetzungsnormen zu einer Waffe gegen unsere demokratischen Rechtsnormen. Die Rechte von Verwertern, also der Industriekonzerne, stehen nicht nur im Vordergrund, sondern hebeln bürgerliche Rechte, Teilhabe und den Datenschutz aus.
Der ACTA Ausschuss zieht eine Mauer um Wissen und Fortschritt. ACTA würgt Innovationen und den internationalen Handel ab und beschneidet sogar die Meinungsfreiheit und den Zugang zur Kultur. ACTA stellt das wirtschaftlich totalitäre Protektorat über demokratische Grundprinzipien. ACTA kann sogar jederzeit ohne öffentliche Rechenschaft die Auslegung der Vereinbarungen verschärfen und neu formulieren.
Dienstag, 3. Januar 2012
Brauchen wir Facebook?
Als Kommunikationsagentur vielleicht ein ketzerische Frage. Dennoch: Was sind die Nachrichten wert auf Facebook (oder anderen sozialen Medien)? Wer will hier etwas warum erreichen? Firmen, klar, nehmen diesen neuen Kanal dankbar an. Um sich selbst und ihre Dienstleistungen, Produkte und Angebote zu posten. Das ist gut so, eröffnet es doch neue Möglichkeiten.
Und Privatpersonen? Wer will, könnte doch seine Website oder seinen persönlichen Blog erstellen, dort Nachrichten posten und Freunde einladen über RSS oder Abos teilzunehmen - nicht die breite Öffentlichkeit, nicht jeder. Im Grunde ist es bei Facebook & Co. doch wie früher (und auch heute noch) in der Disco: viele stehen außen rum und beobachten, nur wenige sind wirklich aktiv. Natürlich brauchen wir Plattformen. Auf manchen teilen wir Gedanken, auf anderen arbeiten wir zusammen an Projekten. Hier gibt es genügend Tools und Möglichkeiten. Warum also Facebook, Google+, Twitter ...? Um sich frei und weltweit auszutauschen? Um öffentlich zu werden? Sind Facebook & Co. nur deswegen hip, weil wir heute das Leben mehr im Außen als im Innen schätzen. Oder mit Ödön von Horváth: Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu. Und da bieten die Sozialen Netze eine perfekte Projektionsfläche - denn hier kann man sich ausleben, seine vielen Persönlichkeiten, Facetten zeigen. Brauchen wir deshalb Facebook? Dann aber sollten wir es nicht allzu ernst nehmen, sondern als großen Spaß, mit Daten, die zufällig sind und deshalb kaum verwertbar - heute so, morgen anders.
Und Privatpersonen? Wer will, könnte doch seine Website oder seinen persönlichen Blog erstellen, dort Nachrichten posten und Freunde einladen über RSS oder Abos teilzunehmen - nicht die breite Öffentlichkeit, nicht jeder. Im Grunde ist es bei Facebook & Co. doch wie früher (und auch heute noch) in der Disco: viele stehen außen rum und beobachten, nur wenige sind wirklich aktiv. Natürlich brauchen wir Plattformen. Auf manchen teilen wir Gedanken, auf anderen arbeiten wir zusammen an Projekten. Hier gibt es genügend Tools und Möglichkeiten. Warum also Facebook, Google+, Twitter ...? Um sich frei und weltweit auszutauschen? Um öffentlich zu werden? Sind Facebook & Co. nur deswegen hip, weil wir heute das Leben mehr im Außen als im Innen schätzen. Oder mit Ödön von Horváth: Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu. Und da bieten die Sozialen Netze eine perfekte Projektionsfläche - denn hier kann man sich ausleben, seine vielen Persönlichkeiten, Facetten zeigen. Brauchen wir deshalb Facebook? Dann aber sollten wir es nicht allzu ernst nehmen, sondern als großen Spaß, mit Daten, die zufällig sind und deshalb kaum verwertbar - heute so, morgen anders.
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