Hören & Zuhören
Der Blog von zuhoeren dreht sich um alles, was mit Hören zu tun hat. Musik, Geräusche, Meinungen, Töne, Positionen ... Nur selten um Werbung und Marketing. Die andere Seite von zuhoeren und ganz im Sinne von Immanuel Kant:
„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen,
Nichthören trennt den Menschen vom Menschen.“
„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen,
Nichthören trennt den Menschen vom Menschen.“
Dienstag, 30. August 2011
Ist die Umkehr schon da?
Samstag, 6. August 2011
Musik für einen Sommer, der nicht so recht weiß, wer er ist oder was er sein soll.
Gestern waren wir wieder im Plattenladen unseres Vertrauens - bongartz in der Hauptstraße von Erlangen. Eine ganz andere Welt und entspannende Pause zwischen all den Marketingkonzepten und Textideen. Hier kann man (frau) einfach abschalten, stöbern, fragen, sich Anregungen holen. Das beginnt übrigens schon im Schaufenster, welches noch ein solches ist. Hier stehen die CD-Cover liebevoll aufgereiht im Regal mit kurzen Bewertungen, kleine Reisen in die Innenwelten der Musik. Natürlich findet man - für Puristen - auch Vinyl"scheiben", Musikbücher und vieles mehr. Hier zeigt sich, dass Konzentration auf ein Gebiet ein Mehr an Qualität für Kunden bedeutet.
Gilt übrigens auch für das kleine Geschäft "Schönes aus Papier" in der Wasserturmstraße. Ein wunderbarer Ort für alle, die Papier, Notizbücher und Stifte, Karten und kreative Geschenke lieben. Eine weitere Überraschung in unserer "Altstadt". Doch zurück zum Sommer und zur Musik.
Dactah Chando ist der richtige Begleiter für sonnige Tage (oder solche, die es eigentlich sein sollten). Clara heißt seine sehr ansprechende Debut-CD und vereint Reggae, Salsa, Dancehall - eine pulsierende Tanzmischung mit viel Bass. Er selbst bezeichnet es als "Canary Island Reggae". Der Mann kommt aus Berlin und hat seine Wurzeln in Teneriffa. Die Sprache ist weich, passt sich wunderbar den Rhythmen an. Er stand schon mit Seed und Frank Dellé (alias Eased) auf der Bühne. 21 Tracks sind auf der CD - ein wirklich langes Vergnügen.
Mexiko ist in der Musikszene hier eher folkloristisch besetzt. Ganz anders kommen Vinicius Cantuária und Bill Frisell "daher". Lágrima Mexicanas heißt deren gemeinsame CD. Beide sind kein unbeschriebenes Blatt. Der brasilianische Gitarrist Cantuária gilt als Erneuerer des Bossa Nova und ist im brasilianischen Jazz zu Hause, spielte aber auch in seiner eigenen Rockband und ist Pionier der neobrasilianischen Musikszene. Mitte der 90er zog er nach New York und traf dort u.a. auf Bill Frisell. Gleicher Jahrgang wie Cantuária (1951) und ein ebenso virtuoser Gitarrist. In den 80er- und 90er-Jahren war er neben Pat Metheny und John Scofield einer der bekanntesten US-amerikanischen Gitarristen. Auch er ist in fast allen Musikgenres unterwegs. Nun also trafen sich die beiden und nahmen - man höre und staune - kein virtuoses Gitarrenduo auf, sondern wunderbare Lieder, Geschichten von Träumen und Sehnsüchten, kleine Alltagsbegebenheiten, feinfühlig und entspannt umgesetzt. Hier ein Hörbeispiel. Und man sieht - der Titel der CD führt in die Irre, was aber nichts ausmacht.
Sein Vater ist ein alter Bekannter: Ali Farka Touré. Der im März 2006 verstorbene "König des Wüstenblues" galt als einer der renommiertesten Musiker Afrikas. Sein Sohn Vieux Farka Touré tritt in große Fußstapfen - und macht es gut. "The Secret", sein drittes Studioalbum, ist unterhaltsam. Africa meets New World. Natürlich spielt die Gitarre eine Hauptrolle. Der hessische Rundfunk schreibt auf seiner Website:
Gilt übrigens auch für das kleine Geschäft "Schönes aus Papier" in der Wasserturmstraße. Ein wunderbarer Ort für alle, die Papier, Notizbücher und Stifte, Karten und kreative Geschenke lieben. Eine weitere Überraschung in unserer "Altstadt". Doch zurück zum Sommer und zur Musik.
Dactah Chando ist der richtige Begleiter für sonnige Tage (oder solche, die es eigentlich sein sollten). Clara heißt seine sehr ansprechende Debut-CD und vereint Reggae, Salsa, Dancehall - eine pulsierende Tanzmischung mit viel Bass. Er selbst bezeichnet es als "Canary Island Reggae". Der Mann kommt aus Berlin und hat seine Wurzeln in Teneriffa. Die Sprache ist weich, passt sich wunderbar den Rhythmen an. Er stand schon mit Seed und Frank Dellé (alias Eased) auf der Bühne. 21 Tracks sind auf der CD - ein wirklich langes Vergnügen.
Mexiko ist in der Musikszene hier eher folkloristisch besetzt. Ganz anders kommen Vinicius Cantuária und Bill Frisell "daher". Lágrima Mexicanas heißt deren gemeinsame CD. Beide sind kein unbeschriebenes Blatt. Der brasilianische Gitarrist Cantuária gilt als Erneuerer des Bossa Nova und ist im brasilianischen Jazz zu Hause, spielte aber auch in seiner eigenen Rockband und ist Pionier der neobrasilianischen Musikszene. Mitte der 90er zog er nach New York und traf dort u.a. auf Bill Frisell. Gleicher Jahrgang wie Cantuária (1951) und ein ebenso virtuoser Gitarrist. In den 80er- und 90er-Jahren war er neben Pat Metheny und John Scofield einer der bekanntesten US-amerikanischen Gitarristen. Auch er ist in fast allen Musikgenres unterwegs. Nun also trafen sich die beiden und nahmen - man höre und staune - kein virtuoses Gitarrenduo auf, sondern wunderbare Lieder, Geschichten von Träumen und Sehnsüchten, kleine Alltagsbegebenheiten, feinfühlig und entspannt umgesetzt. Hier ein Hörbeispiel. Und man sieht - der Titel der CD führt in die Irre, was aber nichts ausmacht.
Sein Vater ist ein alter Bekannter: Ali Farka Touré. Der im März 2006 verstorbene "König des Wüstenblues" galt als einer der renommiertesten Musiker Afrikas. Sein Sohn Vieux Farka Touré tritt in große Fußstapfen - und macht es gut. "The Secret", sein drittes Studioalbum, ist unterhaltsam. Africa meets New World. Natürlich spielt die Gitarre eine Hauptrolle. Der hessische Rundfunk schreibt auf seiner Website:
Seine Texte sind kritisch und selbstreflektierend, seine Kompositionen reif und durchdacht. Inspiriert wurde er von Gästen wie dem südafrikanischen Sänger und Songschreiber Dave Matthews oder dem amerikanischen Jazz-Gitarristen John Scofield. Ein spannendes Album, auf dem Vieux Farka Touré tief in seine persönliche Geschichte und die Kultur Malis vordringt, auf dem aber ebenso die traditionellen Sounds und Rhythmen Afrikas verschmelzen mit dem Pop der westlichen Welt.P.S. Hörenswert ist auch die neue "Scheibe" von Joss Stone: LP 1, produziert von keinem Geringeren als Dave Stewart. Soul & Rock gepaart mit der immer noch unglaublichen Stimme der inzwischen 24-jährigen machen die Platte zu einem Vergnügen. Rauh, mit Emotion, voll von Freiheit. Kein leicht-beschwingter Sommerspaß, aber unbeschwert und direkt allemal. Für den "Focus" die Platte der Woche. Und wer erinnert sich nicht noch an die erste CD von Joss Stone, damals 17 Jahre alt. Soul Sessions. Das Album blieb 36 Wochen in den Charts, kletterte bis auf Platz 7 und war 5 Wochen in den Top-Ten.
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Mittwoch, 20. Juli 2011
Point of Sale
Aus unserer Serie "Perfekte Werbung":
Reize setzen und gleich die Kaufmöglichkeit bieten. Besser geht es nicht.
Reize setzen und gleich die Kaufmöglichkeit bieten. Besser geht es nicht.
Sonntag, 26. Juni 2011
Welche Bälle wollen Sie sehen?
Heute beginnt die Frauen-WM - schon hier zeigt sich das grundlegende Missverständnis. Nicht Frauen kämpfen gegeneinander, bringen etwa ihre Figur, ihre Ausstrahlung oder ihre Schlagfertigkeit ein. Es ist ja keine Miss-World-Wahl. Es ist die Frauen-Fußball-WM.
Es kämpfen Frauen-Fußballmannschaften aus aller Welt gegeneinander, es geht um sportliche Leistungen, als Summe von Kraft, Taktik, Geschick und Ausdauer. Das aber steht in der Vorberichterstattung zur Frauen-Fußball-WM oft im Hintergrund. Vielmehr geht es einmal mehr um Schönheit, Aussehen, um Sex. Unsere Mannschaft im Playboy sorgt für Schlagzeilen, Bild widmet sich den besonderen Seiten der Frau: Warum spielen Frauen schöner und verletzen sich häufiger? Wie funktioniert der Trikottausch? Und Netzer sagt: Frauen spielen anders Fußball. Und wir Männer?
Was schätzen wir an "unseren" Fußballerinnen? Wird hier das Sprichwort "Eine gute Figur machen" falsch interpretiert? Wir sollten uns freimachen vom Äußeren und den Sport in den Mittelpunkt stellen - auch unseren Fußballern verzeihen wir ja die eine oder andere ästhetische Entgleisung. Provokant gefragt: Welche Bälle wollen Sie sehen?
Zugegeben: Schön verpackte Botschaften kommen besser an (das sagt schon der Lese-Klassiker von Raymond Loewy: Hässlichkeit verkauft sich schlecht) - und die Frauen-WM ist ein Produkt. Aber am Ende überzeugt die Leidenschaft, der Kern, die Leistung. Der Einklang von Ästhetik und inneren Werten ist ein Erfolgsmodell. Und die deutsche Frauen-Fußballmannschaft hat dazu das Zeug. Viel Glück. Und wer es dennoch anders sieht, kann mit einer Barbie-Puppe im deutschen Trikot Vorlieb nehmen: natürlich blond und vollbusig.
Es kämpfen Frauen-Fußballmannschaften aus aller Welt gegeneinander, es geht um sportliche Leistungen, als Summe von Kraft, Taktik, Geschick und Ausdauer. Das aber steht in der Vorberichterstattung zur Frauen-Fußball-WM oft im Hintergrund. Vielmehr geht es einmal mehr um Schönheit, Aussehen, um Sex. Unsere Mannschaft im Playboy sorgt für Schlagzeilen, Bild widmet sich den besonderen Seiten der Frau: Warum spielen Frauen schöner und verletzen sich häufiger? Wie funktioniert der Trikottausch? Und Netzer sagt: Frauen spielen anders Fußball. Und wir Männer?
Was schätzen wir an "unseren" Fußballerinnen? Wird hier das Sprichwort "Eine gute Figur machen" falsch interpretiert? Wir sollten uns freimachen vom Äußeren und den Sport in den Mittelpunkt stellen - auch unseren Fußballern verzeihen wir ja die eine oder andere ästhetische Entgleisung. Provokant gefragt: Welche Bälle wollen Sie sehen?
Zugegeben: Schön verpackte Botschaften kommen besser an (das sagt schon der Lese-Klassiker von Raymond Loewy: Hässlichkeit verkauft sich schlecht) - und die Frauen-WM ist ein Produkt. Aber am Ende überzeugt die Leidenschaft, der Kern, die Leistung. Der Einklang von Ästhetik und inneren Werten ist ein Erfolgsmodell. Und die deutsche Frauen-Fußballmannschaft hat dazu das Zeug. Viel Glück. Und wer es dennoch anders sieht, kann mit einer Barbie-Puppe im deutschen Trikot Vorlieb nehmen: natürlich blond und vollbusig.
Samstag, 25. Juni 2011
Lichtfeldkameras: Technik, die begeistert
Heute mal nicht zuhören, sondern zusehen. Lichtfeldkameras sind eine kleine Sensation - Fokussieren im Nachhinein, also nach der Aufnahme, ist möglich. Was das heißt? Nun, was im Vordergrund unscharf ist, kann mit der neuen Technik scharf gestellt werden, während der Hintergrund unscharf wird.
Musste man früher (oder zur Zeit noch) etwas fotografisches Können für diesen Effekt bei der Aufnahme aufwenden, kann man dies nun nach der Aufnahme direkt an der Kamera (oder am PC) machen und so dem Bild ganz neue Qualitäten "geben" oder versteckte Dinge entdecken.
Hinter dieser "Zauberei" steckt ein startup aus Kalifornien, ein französischer Physiker und ein deutsches Unternehmen. Das startup heißt Lytro, der Physiker Gabriel Lippmann und das Unternehmen Raytrix, Pionier in Sachen "integraler Fotografie".
Raytrix wendet das Prinzip bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten im Bereich der professionellen Bilderkennung, in der Medizintechnik und 3D-Fotografie an. Lytro möchte diese Technik nun massentauglich machen.
Hier ein paar spannende Bildbeispiele, die zeigen, wie es geht!
Hier ein paar spannende Bildbeispiele, die zeigen, wie es geht!
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Montag, 13. Juni 2011
McMorrow, Jewell, Kalkbrenner - Leidenschaft für Musik
Ein Ire, eine Amerikanerin und ein Berliner - was sie verbindet ist Leidenschaft für Musik. James Vincent McMorrow zog sich für ein halbes Jahr in ein Haus an der irischen Küste zurück und spielte dort sein Debütalbum "Early in the Morning" ein. Nur er und seine Instrumente, in einem Zimmer. Ähnlich wie Thomas Mann (nur etwas später am Tag und in einem anderen Metier) erarbeitete er sich jeden Song, jedes Stück. Harte Arbeit - und ein gutes Ergebnis. Der Singer Songwriter mit seiner zerbrechlichen Stimme und seinen poetischen Texten eröffnet uns eine eigene Klangwelt. Wie sagte er im Rolling Stone:
Nicht zurückgezogen, sondern weltoffen zeigt sich Paul Kalkbrenner (*1977). Berlin Calling machte ihn einem größeren Publikum bekannt. Dort tritt er als DJ unter dem Pseudonym Ickarus auf. Der Soundtrack zum Film und die Single "Sky and Sand" (mit der Stimme seines Bruders) markieren seinen Durchbruch. Er gibt der Technomusik wieder frisches Blut und viele neue Anhänger quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Das Besondere dabei: Paul Kalkbrenner ist ein Live-Act. Die Welt schreibt:
"Ich bin täglich um elf Uhr aufgestanden und habe dann von zwölf Uhr mittags bis ca. drei oder vier Uhr morgens durchgearbeitet. Ich hatte meine gesamtes Equipment im eigentlichen Wohnzimmer verteilt, bin von Instrument zu Instrument gezogen und habe auf diese Weise meine Songs Spur für Spur aufgebaut. Mit der Zeit wurden die Tage länger und länger, bis ich am Ende zum Sonnenuntergang ebenso bei der Arbeit saß wie beim Sonnenaufgang. Deshalb auch der Name: 'Early In The Morning'. Alle Songs wurden in den Morgenstunden beendet."Kleine Perlen sind auch die Lieder von Eilen Jewell (*1979). Der Name als Programm. Folk, Country und Pop, packende Lieder, die ihre Wurzeln eindeutig in der Heimat der amerikanischen Sängerin haben. Sie begann als Straßenmusikerin, spielte auf Wochenmärkten und in Kneipen. Mit dem Umzug nach Los Angeles stieg sie auf zum Geheimtipp der Szene, zog sich dann aber wieder zurück in die Berkshire Mountains, um Abstand vom Leben der Westküstenmetropole zu bekommen. Das neue Album "Queen of minor Key" versammelt wieder 14 Songs, geschrieben in der Zurückgezogenheit einer winzigen Hütte in den Bergen von Idaho. Lieder für´s Zuhören, Nachdenken und Träumen - ohne Ablenkung, bei sich und für sich. Hier kann man reinhören. Eilen Jewell ist auch eine Empfehlung von Bongartz, unserem sehr gut bestückten, ausgewählten Musikladen in der Hauptstraße in Erlangen.
Nicht zurückgezogen, sondern weltoffen zeigt sich Paul Kalkbrenner (*1977). Berlin Calling machte ihn einem größeren Publikum bekannt. Dort tritt er als DJ unter dem Pseudonym Ickarus auf. Der Soundtrack zum Film und die Single "Sky and Sand" (mit der Stimme seines Bruders) markieren seinen Durchbruch. Er gibt der Technomusik wieder frisches Blut und viele neue Anhänger quer durch alle Schichten und Altersgruppen. Das Besondere dabei: Paul Kalkbrenner ist ein Live-Act. Die Welt schreibt:
"Stücke, die wie Herzen pumpenMit Paul Kalkbrenner wird deutscher Techno ein globales Ereignis - er jettet um die Welt und spielt seine Musik. Mit Leidenschaft und einer puren Freude am Sound. Das zeigt auch seine neue Scheibe "Icke wieder". Ein wunderbarer Hör- und Tanzspaß.
Auf der Bühne spielt er virtuos das Mischpult, und es ist ein großer Spaß, ihm dabei auf den Videowänden zuzusehen und zu hören, was dabei heraus kommt. Schwungvoll dreht Kalkbrenner an den Knöpfen, wie ein Dirigent beherrscht er seine Regler."
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