Hören & Zuhören

Der Blog von zuhoeren dreht sich um alles, was mit Hören zu tun hat. Musik, Geräusche, Meinungen, Töne, Positionen ... Nur selten um Werbung und Marketing. Die andere Seite von zuhoeren und ganz im Sinne von Immanuel Kant:

„Nichtsehen trennt den Menschen von den Dingen,
Nichthören trennt den Menschen vom Menschen.“



Sonntag, 30. September 2012

Mutig - AMAZONEN

Das Projekt von Uta Melle ist in vielerlei Hinsicht einzigartig.

Ein Brustkrebsprojekt, das mit ungewöhnlich mutigen Bildern überrascht, Frauen, die schonungslos offen mit dem vermeintlichen Makel umgehen und damit den Blick öffnen.

Wer das Buch AMAZONEN in den Händen hält, ist nicht nur betroffen, er ist bewegt und hat danach eine andere Sicht der Dinge.

Uta Melle kann man/frau ganz nah bei einem Vortrag am 23. Oktober, ab 18.00 Uhr, im Rahmen der FrauenGesundheitstage in Fürth erleben. Und die Ausstellung AMAZONEN ist im Facharzt Forum Fürth ab dem 14. Oktober für zwei Wochen zu sehen. Einen aktuellen Bericht in der taz über Uta Melle und ihr Projekt kann man/frau hier nachlesen.


Samstag, 22. September 2012

Facebook - Wie lange noch?

Mit dem Börsengang wurde alles anders - wie so oft. Facebook wird nun offensiv kommerzialisiert. Posts planen, Angebote machen (one try for free), Apps kaufen - welcher Privatmann/welche Privatfrau braucht so etwas schon. Es sind die Unternehmen, auf die alles zugeschnitten wird. Aber die haben Facebook genutzt, weil man dort direkt und hautnah an der möglichen Zielgruppe ist. Was aber passiert, wenn die Zielgruppe auswandert, der Selbstdarstellung auf diesem Wege müde ist/wird? Dann ist Facebook eine Modeerscheinung gewesen und die nächste große Blase ... Ende 2012, vielleicht wollte uns ja das der Maya-Kalender sagen.

Spaghetti-Eis - Die Favoriten im Bild

Wie immer haben wir uns sehr über die Resonanz unter unseren Kunden und Partnern gefreut - und wir durften feststellen: Jeder hat einen anderen Geschmack, eine Bewertung ist also schwierig. Also haben wir einfach ein paar Bilder von den Favoriten hochgeladen. Das eine mit wenig Sahne, dafür sehr gutem Vanilleeis, das andere mit leicht gefrosteter Sahne und guter Erdbeersoße, das dritte mit einem schönen Gesamtbild und insgesamt sehr leckerem Geschmack. Jetzt müssen wir nur noch die Bücher verlosen ... Das machen wir zum Ende des Sommers (Kalender) und freuen uns auf einen nächsten, heißen Sommer mit viel Spaghetti-Eis.



 











Dienstag, 21. August 2012

Es ist heiß - deswegen Eis

Mitte August starteten wir unseren Spaghetti-Eis-Contest. Um was geht es? Wir suchen das beste Spaghetti-Eis. Einfach eine E-Mail mit Foto und Namen der Eisdiele an info@agentur-zuhoeren.de inklusive Noten von 1 (delizioso) bis zu 6 (terrible) schicken. Das Foto und den Namen der Eisdiele werden wir natürlich nur beim Gewinnereis veröffentlichen (alles andere ist Rufschädigung).

Unter allen Teilnehmern verlosen wir 10 Bücher "Eisklassiker selbst gemacht" oder "Eiskalte Erfrischungen" und eine kleine Überraschung. Also Mittagspause oder Abendstunden nutzen und Spaghetti-Eis testen.

Erfunden hat das Spaghetti-Eis übrigens der Mannheimer Eisfabrikant Dario Fontanella. Wer mehr wissen will, kann es hier nachlesen.

Die Zutaten beim klassischen Spaghetti-Eis: Vanilleis, Schlagsahne (als Kern), Erdbeersoße und weiße Schokoraspeln, manche nehmen auch Kokosflocken. Das alles muss perfekt aufeinander abgestimmt sein - nur dann schmeckt das Spaghetti-Eis auch so wie es soll.


Sonntag, 1. Juli 2012

Es regnet - deswegen Musik

Der Sommer macht Pause - gestern wolkenbruchartige (was für ein Wort) Gewitterstürme, heute Dauerregen. Deswegen ein paar Musik-Impressionen für jede Gemütslage, erstanden bei Bongartz, dem kleinen, feinen Musikladen in der Hauptstraße von Erlangen (gleich neben unserer Agentur). Gehen wir es ruhig an:

Paul Desmond, Take Ten. Er spielte zwischen 1951 und 1967 im Dave Brubeck Quartet und verfasste deren größten Hit "Take Five". Sein Saxophon-Spiel ist leicht, fast zerbrechlich. Seine Stücke sind kleine, wunderbare Miniaturen für ruhige, veträumte Momente. Ganz anders der Singer/Songwriter Dan Mangan. Live konnte man ihn bei Bongartz erleben. Seine CDs sind unterschiedlich, hier das - meiner Meinung nach - schon auf das erste Hören zugängliche "Nice, nice, very nice" aus dem Jahre 2009 (seine zweite "Oh Fortune" ist komplexer und wird von der Kritik als ein "weiterer Schritt nach vorne" bezeichnet). Bei "Nice, nice, very nice" sind seine Singer/Songwriter-Wurzeln noch klar erkennbar, aber seine Instrumentierung weist schon in eine andere, kompaktere, reichere Richtung. Er erzählt Geschichten, bei dene das Zuhören einfach Spaß macht. Man kann seine Gedanken wunderbar verfolgen, seine Phantasie mit auf die Reise nehmen. Ein Vergnügen.
Eher unschuldigblickt Regina Spektor vom Cover ihrer CD "What we saw from the Cheap Seats" - ihre Musik ist es nicht. Hinter den ansatzweise leicht-luftigen Arrangements lauert der Schalk. Die aus Russland stammende US-amerikanische Sängerin, Pianistin und Gitarristin wird zur Alternative- und Anti-Folk-Szene gezählt. Bei ihr ist endlich wieder das Klavier das tragende Element - und ihre Stimme. Ihre Musik überrascht, ist originell und angenehm exentrisch - nicht gewollt anders. Da macht das Hören Spaß, weil es Windungen nimmt. Schwungvoller kommt Parov Stelar mit "The Princess" in unser Gehör. Der "Erfinder" des Catgrooves hat mit der Doppel-CD eine wirklich tanzbare Musik geschrieben - wobei die erste CD abwechslungsreiches und spannender ist. Hier eine Kostprobe - wer so tanzen kann hat alle Trümpfe bei sich :). Auf diese Musik sollte man sich einfach nur einlassen, dann vergisst man das Drumherum - und das ist ja manchmal auch nicht verkehrt.
Ein wirkliches Vergnügen ist auch Guts. Mit seiner CD "Paradise for all" erinnert er mich an Moby. Verspielt, verrückt und transzendent (paradiesisch eben) ... Die Musik des gebürtigen Chilenen und französischen Beat-Fanatic ist genau das Richtige gegen Krisengedanken in allen Lebenslagen. Also einfach mal reinhören und sich mittragen lassen auf die Reise in das Paradies von Guts ... Die Wolken lichten sich, der Regen hat aufgehört, es tröpfelt noch. Mal schauen, was der Nachmittag noch bereit hält, ehe heute Abend Italien gegen Spanien antritt und den neuen EM-König ermittelt.

Samstag, 30. Juni 2012

Verantwortung tragen, sich bekennen, dafür einstehen

Gerade sind es 2.102.254.524.430 € (2102 Milliarden) Schulden in Deutschland - das zeigt zumindest die Schuldenuhr an. Frau Merkel, Herr Schäuble und alle anderen diskutieren, haben Pläne, ziehen sich die Hosen hoch und die Jacken glatt. Im Grunde, so meine Vermutung, stört es sie nicht - solange sie nicht gestört werden und ihre Bezüge bekommen. Wahrscheinlich können sie die Dimension ihres Tuns auch gar nicht begreifen. Ich will nicht den Vergleich zum normalen Unternehmer oder zur normalen Familie bemühen. Diese wären bereits insolvent und im Glücksfall bei einer Schuldnerberatung, der Unternehmer (oder die Unternehmerin) wg. Konkursverschleppung im Knast.

Warum gibt ein Staat mehr aus als er hat? Warum darf er das? Und warum auf Kosten der Steuerzahler? Was ist Haushaltsdisziplin? Und ist es schon ein Erfolg, wenn Herr Schäuble 2015/2016 keine Schulden mehr aufnehmen will? Nein, das ist Augenwischerei - denn die Schulden steigen sekündlich (siehe Schuldenuhr). Und die Rückführung der Schulden ist eine Utopie. Irgendwann kommt es zum Schnitt - denn das scheint bei den Summen unausweichlich. Ein Staat kann sich das leisten - er hat ja mit seinen Einwohnern viele Schultern, die Lasten tragen können. Das ist auch das Problem. Unsere Politiker erleben nur sehr indirekt die Auswirkungen ihres Tuns. Das ist manchmal von Vorteil, um auch unangenehme Entscheidungen durchzusetzen, aber in der Regel macht es blind. Denn der Einzelne (der Verantwortliche) trägt keine Verantwortung mehr bzw. kann nicht zur Verantwortung gezogen werden - zu viele Bedürfnisse, zu viele Bedingungen, zu viele Fluchtmöglichkeiten. 

Man stelle sich nur mal vor (siehe Griechenland), die Beamten und Staatsbediensteten wären Angestellte in einem Unternehmen. Das Unternehmen würde schlecht haushalten, zu spät auf Marktanforderungen reagieren oder einfach nur miserabel geführt werden. Dann kämen schnell die Banken und Gläubiger und würden den Hahn zudrehen - aus, vorbei. Gehälter gäbe es keine mehr (außer vom Arbeitsamt und später vom Sozialamt), die Angestellten müssten Umschulungsmaßnahmen absolvieren oder stünden auf der Straße (wie die Mitarbeiterinnen von Schlecker). Und der Minister? Tritt zurück, wird abgewählt, taucht ab und lebt fröhlich weiter. Also was machen? Nicht mehr ausgeben als man hat (und nicht eventuell einnimmt). Natürlich muss man ab und an auch in Vorleistung gehen, aber nicht andauernd. Wir Steuerzahler (Privatpersonen, Institutionen, Unternehmen) geben dem Staat und seinen Akteuren Geld zu treuen Händen, für Aufgaben, die er erledigen soll und muss. Aufgaben, die der Einzelne nicht leisten kann und die gemeinschaftlich sind. Der Staat ist Verwalter dieses Vermögens. Jedes Jahr bekommt er viel Geld. Hier eine Liste aus Wikipedia:

Jahr  Mio Euro
1950 10.783
1952 16.992
1962 44.166
1972 100.726
1982 193.627
1987 239.622
1992 374.128
1997 407.577
2002 441.705
2003 442.238
2004 442.838
2005 452.079
2006 488.444
2007 538.243
2008 561.182
2009 524.001
2010 529.296
2011 554.965

Ein hübsches Sümmchen, insofern ist Deutschland reich. Allerdings, das sieht man auch recht deutlich, reicht das nie aus, um die Schulden zu begleichen. Und der Ausweg aus diesem Dilemma? Antworten gibt es nicht wirklich (das Ausmaß ist unvorstellbar und angesichts der Höhe der Schulden haben die Politiker allesamt bereits aufgegeben, zeigen es nur noch nicht). In diesem Kontext ist es gut, dass die Eurokrise unsere eigene Krise zur Zeit (noch) überdeckt. Ähnlich wie bei der Fußball-EM. Solange die anderen weniger Tore schießen oder schlechter spielen, werden eklatante Schwächen gerne übersehen - bis eine Mannschaft wie Italien kommt und die Schwächen gnadenlos aufdeckt. Noch sind wir die Starken im Verbund der Schwächeren (wenn das überhaupt stimmt und nicht nur eine einseitige Sichtweise ist) - frei nach dem Motto: Unter den Blinden ist der Einäugige der König.

Ich wünschte mir: inne halten, ein Blick zurück, sorgsames Abwägen, mehr Achtsamkeit und Achtung, bewusstes Auseinandersetzen, Miteinander und Annehmen der Verantwortung in allem was wir tun. Das betrifft uns alle - jeden Einzelnen. Und trifft auf alle Dinge und Handlungen zu - im Alltag, selbst im Banalen gilt es Achtung zu üben. Denn erst wenn wir auch das Kleine schätzen, können wir das Große genießen. Aber Achtung: keiner ist frei von Fehlern. Das Eingeständnis der Fehler und das Zugeben allerdings macht uns reif und menschlich. Doch machen wir uns nichts vor: mit diesen Eigenschaften können wir der Krise zwar begegnen (vielleicht wären wir nie dahin gekommen), aber lösen werden wir sie nicht - da hilft wahrscheinlich nur der Schnitt und Neuanfang. Alles auf Start. Viel Spaß.

Montag, 28. Mai 2012

Zuhören von Pilot

Beweg Dich - bist Du fixiert, bist Du introvertiert, gefällt Dir nichts wie es ist, bist Du in Dir total isoliert erfährst Du nie wer Du bist, sag, weißt Du nicht, was Du willst? Dann beweg Dich, denn bewegst Du nichts ... Die CD von Pilot mit dem Titel wie unsere Agentur ist abwechslungsreich, deutsche Poesie, romantisch, rockig, mit Tiefgang, manchmal kitschig und eingängig - egal, sie macht Spaß, spielt mit den Worten, hintergründig, doppelsinnig. Es ist gut, wenn sich Bands trauen ihren Gedanken Ausdruck zu geben - mit Stimme und Text, einer Sprache, die man ohne Barriere versteht, glasklar versteht, direkt und ohne Umschweife. "Ich glaube an die Seele, glaub daran, dass Sie in allem wohnt. Dabei spreche ich nicht von Gott, keinem Gesetz und keiner Religion. Ich meine ein Gefühl, dass jede Sache hat, jedes Wort und jeder Augenblick und jede einzelne Hand. Wir müssen nur zuhören ..." - auch einfache Weisheiten dürfen poetisch klingen. Unter www.facebook.com/pilotmusik mehr über Pilot.